Opferfest unter deutschen Bedingungen

Das Opferfest oder auch Eid al-Adha ist eines der wichtigsten Feste für Menschen muslimischen Glaubens. Das Fest geht zurück auf die Geschichte Abrahams, der aus Gehorsam zu seinem Gott beinahe seinen Sohn geopfert hätte. Stattdessen schickte ihm Gott ein Schaf. Deshalb steht das Opfern eines Tieres, etwa eines Schafs, Kamels oder einer Kuh, im Mittelpunkt. Das Fleisch wird zubereitet und dann geteilt: Je nach Auslegung gibt man je ein Drittel an Arme, Verwandte und die eigene Familie, oder aber man behält für die eigene Familie nur sehr wenig. In Deutschland stehen Muslime, die das Opferfest feiern möchten, vor Herausforderungen: Laut dem deutschen Tierschutzgesetz ist das Schächten von Tieren nur unter ganz bestimmten, offiziell geprüften Bedingungen gestattet und darf nur von Fachpersonal durchgeführt werden.
Wie gehen Muslime damit um? Wir haben einige Stimmen aus der Redaktion gesammelt:
Das illegale Schächten eines Tieres kommt für viele muslimischen Menschen hierzulande nicht in Frage. Damit sind außerdem hohe Strafen verbunden. Eine Alternative ist es deshalb für viele, Geld an Verwandte in den Herkunftsländern zu schicken, damit diese dort in ihrem Namen ein Tier opfern.
Am Opferfest treffen sich dann muslimische Menschen aus verschiedenen Nationen in einer Moschee, so auch in Tübingen, und beten und feiern dort gemeinsam. Die Gäste bringen dazu selbst zubereitetes Gebäck und Süßigkeiten mit. Es gibt ein gemeinsames Frühstück und Spiele für die Kinder. Für die Feiernden steht vor allem der Gemeinschaftsgedanke im Vordergrund: Das Teilen mit Menschen, die einem nahe stehen oder denen es nicht so gut geht. „Es gibt keine bessere Möglichkeit, Familie, Freunde und Nachbarn zusammenzubringen, als dieses Fest.“
Mehr Informationen zum Hintergrund des Festes: https://tunewsinternational.com/?s=071402
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Schafe für das Opferfest. Foto: tünews INTERNATIONAL / Rahima Abdelhafid.

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