Geflüchtete mit Schwäbisch total dabei

„Nichts überrascht so, als wenn ein Migrant Dialekt spricht.“ So reagierte Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei seinem Besuch der Redaktion von tünews INTERNATIONAL am 16. August 2022 im Landratsamt Tübingen auf die Frage, ob er Geflüchteten empfehle, Schwäbisch zu lernen. Kretschmann hatte von seinem eigenen Erleben als Kind einer Familie, die 1945 vor der sowjetischen Armee nach Westdeutschland geflüchtet war, berichtet. Insofern sei für ihn Migration nicht nur so ein Wort, „von dem man halt hört und von dem nur andere betroffen sind. Ich habe da schon auch einigermaßen lebendige Erfahrungen damit gemacht.“ Sein Vorteil sei gewesen, dass er hier geboren sei und als erster aus der Familie „Schwäbisch geschwätzt“ habe. Am Beispiel des Schwäbischen sehe man: „Gut zu sprechen ist natürlich auch der Schlüssel zur Integration.“ Er könne nur immer wieder sagen: „Die Sprache zu lernen, dort wo man hinkommt, ist sehr, sehr wichtig!“ Herausgeber Wolfgang Sannwald knüpfte an Diskussionen in der Redaktion von tünews INTERNATIONAL an: Das Jobcenter bezahle nur Kurse in Hochdeutsch. Hätten die nicht lieber Schwäbisch-Kurse bezahlen sollen? Der Regierungschef relativierte: „Das ist jetzt heute nicht mehr so wichtig. Die Schwaben können ja selber nicht mehr richtig Schwäbisch und der Dialekt nimmt leider ab.“ Aber natürlich wäre man „total dabei“, wenn man Schwäbisch könne.
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Ministerpräsident Winfried Kretschmann zu Besuch bei der Redaktion von tünews INTERNATIONAL im Landratsamt Tübingen. Foto: tünews INTERNATIONAL / Mostafa Elyasian.

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