Alles Lüge: Betrug am Telefon und per Mail

Ein Kriminaldelikt hat im vergangenen Jahr im Landkreis Tübingen deutlich zugenommen: das Spoofing (englisch: Täuschung). 454 Mal haben falsche Polizeibeamte versucht, meist ältere Menschen zu betrügen und ihre Angst vor Verbrechen auszunutzen. Das sind 258 Fälle oder fast 130 Prozent mehr als 2018, so das Polizeipräsidium Reutlingen in seiner aktuellen Kriminalstatistik.

Die Gauner behaupten zum Beispiel, dass in der Nachbarschaft eingebrochen worden sei und die Angerufenen auf einer Adressliste stehen. Deshalb sollten sie Geld und wertvolle Sachen einem Polizisten übergeben, der sie abholen würde. Im Schnitt entstand den Opfern ein Schaden von 43.000 Euro (2018: 17.000 Euro).

Diese Story ist genauso falsch wie die von dem Enkel (oder einer anderen Verwandten), der oder die wegen eines Autounfalls dringend Geld braucht. Ein Lügenmärchen ist auch die Geschichte von einem hohen Geldgewinn. Die Täter, die meist von Callcentern im Ausland aus operieren, wollen nur an persönliche Daten wie zum Beispiel Pins oder Passwörter kommen. Darauf haben es auch die angeblichen MitarbeiterInnen von Microsoft abgesehen. Ihr Trick: Dank dieser Informationen können sie einen Computer blockieren und geben ihn erst gegen Zahlung von Lösegeld wieder frei.

Hacker wollen ebenfalls profitieren. Die Internet-Gauner dringen in Computer ein und schicken vom gehackten Mail-Account aus Hilferufe an Menschen im Adressverzeichnis. Darin steht beispielsweise: „Ich habe meine Tasche verloren samt Reisepass und Kreditkarte.“ Die EmpfängerInnen dieser Mails werden gebeten, dem oder der Betroffenen im Ausland Geld für das Hotel und das Rückflugticket zu leihen. Im konkreten Fall ging es um fast 1000 Euro. Die landen dann bei den Betrügern.

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Impressionen zum Leben in Zeiten der Corona-Pandemie: Foto: tünews INTERNATIONAL; Mostafa Elyasian, 25.04.2020

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