Arztrezepte: Farben und Gültigkeit

Viele Medikamente kann man in Apotheken, Drogerien oder im Online-Handel ohne Rezept bekommen, aber einige sind verschreibungspflichtig und werden nur mit Rezept verkauft oder ausgegeben. Aber warum haben diese Rezepte unterschiedliche Farben? Und wie lange sind sie gültig? tünews INTERNATIONAL ging diesen Fragen nach.

Rosa Rezept: Dies bedeutet, dass die Krankenversicherung für die Arzneimittel bezahlt. In der Regel zahlt der Patient zusätzlich 5 bis 10 Euro pro Produkt dazu. Das rosa Rezept ist einen Monat lang gültig. Danach muss der Patient das Verschriebene selbst voll bezahlen. Dieses Rezept kann auch für Verbandsmaterial, Blutzuckerteststreifen und medizinische Geräte verwendet werden.

Blaues Rezept: Es wird normalerweise an Patienten mit einer privaten Krankenversicherung ausgegeben. Daher wird es als Privat-Rezept bezeichnet. Privatpatienten müssen in der Apotheke das Arzneimittel komplett bezahlen und erhalten meist den Betrag von ihrer Krankenkasse nach Einreichung des Rezeptes zurück. Auch gesetzlich Versicherte erhalten ein blaues Rezept, wenn das verschriebene Arzneimittel nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung enthalten ist. Dann müssen sie es selbst bezahlen. Beispiele: Anti-Baby-Pille, Verbände oder andere Hilfsmittel. Das blaue Rezept ist drei Monate gültig. Eine Erstattung durch die Krankenversicherung ist in manchen Fällen nur innerhalb eines Monats nach Ausstellung oder Einlösen des Rezepts möglich. Der Arzt verwendet auch dann ein privates Rezept, wenn er auf Wunsch von Patienten Medikamente und Verbandsmaterialien verschreibt, die er nicht als therapeutisch notwendig erachtet.

Grünes Rezept: Dies ist nur eine ärztliche Empfehlung für Produkte, für die kein Rezept erforderlich ist. Es wird von der Krankenversicherung nicht bezahlt. Der Patient muss den vollen Betrag selbst bezahlen.

Gelbes Rezept: Besonders strenge Richtlinien gelten für Medikamente, die dem Arzneimittelgesetz unterliegen (z.B. starke Schmerzmittel wie Morphine). Daher werden diese Rezepte in drei Exemplaren ausgegeben. Die Krankenkasse erhält das Original und der Arzt sowie der Apotheker bewahren jeweils eine Kopie auf. Gelbe Rezepte sind nur sieben Tage nach ihrer Ausstellung gültig und verfallen danach.

Weißes Rezept: Dieses Rezept ist nur für Arzneimittel vorgesehen, die spezielle Inhaltsstoffe (Lenalidomid, Pomalidomid und Thalidomid) enthalten, die bei schwangeren Frauen zu Fehlbildungen des Kindes führen können. Thalidomid war für die Katastrophe in den 1950er-Jahren verantwortlich, wo etwa 12.000 Kinder in 46 Ländern der Welt mit Missbildungen geboren wurden. Diese Wirkstoffe wurden 2007 zur Behandlung des Multiplen Myeloms (einer bösartigen Erkrankung des Knochenmarks) zugelassen. Dieses Rezept ist nummeriert und wird nur an bestimmte Ärzte ausgegeben. Es besteht aus dem Original und einer Kopie, die die Apotheke an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte senden muss. Das Rezept ist maximal sechs Tage gültig.

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Bild: Wikimedia Commons/Pixelio

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