Asylanträge von Menschen aus Afghanistan werden derzeit nicht entschieden

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) entscheidet derzeit nicht über Asylanträge von Afghaninnen und Afghanen. Das hat die Pressestelle des BAMF gegenüber tünews INTERNATIONAL auf Anfrage bestätigt. Eine Neubewertung werde nach Auswertung der vom Auswärtigen Amt angekündigten Aktualisierung des Lageberichts zu Afghanistan erfolgen. Der bestehende Lagebericht vom Juli 2021 ist aufgrund der Machtübernahme der Taliban nicht mehr gültig.

Der rechtpolitische Referent von PRO ASYL Peter von Auer erklärte auf Anfrage, dass in Deutschland lebende Geflüchtete aus Afghanistan, die kein Bleiberecht haben, sehr verunsichert seien. Afghanische Geflüchtete mit Duldung oder einem Abschiebungsverbot, deren erster Asylantrag negativ beschieden wurde, könnten jetzt einen sogenannten Folgeantrag stellen. Denn durch die Machtübernahme der Taliban in ganz Afghanistan habe sich die politische Situation grundlegend geändert. Dies müsse innerhalb von drei Monaten geschehen. Aber auch diese Folgeanträge würden dann im Moment nicht bearbeitet. „Insofern hat die Vorgehensweise des BAMF sehr negative Auswirkungen“, sagte von Auer. Niemand könne im Moment sagen, wann der neue Lagebericht des Auswärtigen Amtes erscheint.

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Abschiebung Foto: tünews INTERNATIONAL.

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