Fassungslosigkeit über die Situation der Menschen in Afghanistan

Was sollen wir von tünews INTERNATIONAL über den Machtwechsel in Afghanistan schreiben? Darüber haben wir in unserer Redaktionssitzung stundenlang diskutiert. Wir haben von der Fassungslosigkeit unserer KollegInnen gehört, deren Familienmitglieder im fast fünf Jahrzehnte langen Krieg gefallen sind. Plötzlich alles umsonst? Von Angehörigen, die bislang als Lehrerin oder in der Verwaltung gearbeitet haben. Welcher Zukunft müssen sie nun entgegensehen? Vom Interesse des Iran an Wasserressourcen und Chinas an den Bodenschätzen, von Russlands Sorge vor Terroraktionen in angrenzenden Ländern wie Tadschikistan. Von Warlords, die Macht zurückgewinnen wollen. Mit welchem Geld wird welche Ordnung hergestellt? Manche Geflüchtete denken, es war richtig, Afghanistan verlassen zu haben. Doch sie leben jetzt in ständiger Angst um die Zurückgebliebenen und ihre Angehörigen vor Ort. Um diejenigen, die dort ihre Existenz aufgebaut und Familien gegründet haben. Es gibt viel Mitgefühl, viel Mitleid. Neue Informationen im Minutentakt, oft widersprüchlich und schwer einzuordnen. Dieses Gefühl der Hoffnungslosigkeit beherrscht derzeit alle Medien: Brennpunktsendungen, die doch nur Fassungslosigkeit ausdrücken. Das tun wir von tünews INTERNATIONAL hiermit ebenfalls. Sobald die Situation klarer ist, folgen mehr Stimmen und Erfahrungen aus authentischen Quellen.

tun21082001

Nach fast 20 Jahren Einsatz hat die Bundeswehr ihre Truppen aus Afghanistan abgezogen. Foto: tünews INTERNATIONAL / Mostafa Elyasian.

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