Schneemänner – wo bleiben die Schneefrauen?

In Corona-Zeiten beleben viele Familien eine deutsche Tradition, den Schneemann. Dazu braucht man vor allem genug Schnee, der „bäbbt“ (Bäbben ist Schwäbisch für kleben). Kinder rollen kleine Schneebälle über Schneeflächen, Schnee bleibt hängen, Kugeln entstehen. Oft muss dann Mama oder Papa übernehmen, sie stemmen riesige „Rugeln“ übers Feld bis die sich nur noch schwer rollen lassen. Drei Kugeln übereinander ergeben die Gestalt eines Menschen. Die obere Kugel ist kleiner als die unteren, sie stellt den Kopf dar. Dann sucht man nach Steinen, Kohlestücken, Obst oder Karotten für Augen, Mund und Nase. Ein umgedrehter Kochtopf oder alter Hut macht die Figur perfekt. Aus Deutschland werden Schneemänner seit dem 18. Jahrhundert erwähnt. Spätestens seit der Biedermeierzeit nutzten Kinder Schnee als Gestaltungsmaterial. Seitdem findet sich die weiße Figur in vielen Kinderbüchern als Symbol für die kalte Jahreszeit. Andere Symbole für den Winter sind Schlitten, Skier oder Schlittschuhe. Seit etwa 1900 lieben deutsche Bürger Abbildungen vom Schneemann auf Postkarten. Er hilft ihnen dabei, ihre Weihnachts- oder Neujahrsbotschaften zu übermitteln. Und er macht sich als dekorative Form breit: Hängt am Christbaum, dekoriert Packpapier oder wird aus Wollfilz oder Schokolade und Marzipan geformt. In der freien Landschaft sind gerade viele Schneemänner zu sehen. Wo sind die Schneefrauen?

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Impressionen zum Leben in Zeiten der Corona-Pandemie: Foto: tünews INTERNATIONAL; Wolfgang Sannwald, 14.01.2021

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