Traurige Bilanz: so viele Geflüchtete wie nie

Mehr als 80 Millionen Menschen weltweit sind aktuell auf der Flucht. Das sind so viele wie noch nie und fast so viele Menschen wie Deutschland EinwohnerInnen hat. Das steht in einer Pressemitteilung der UNO-Flüchtlingshilfe in Bonn. Sie ist der deutsche Partner des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR). Als Hauptursachen für die zunehmende Zahl an Geflüchteten – rund zehn Millionen mehr als 2019 – gibt die UNO-Flüchtlingshilfe „die Kombination aus Langzeitkonflikten mit großen Fluchtbewegungen“ wie etwa in Syrien, Jemen oder Südsudan und „neuere Krisen“ wie in Venezuela, Myanmar oder jetzt Äthiopien an. Auch die Folgen des Klimawandels, zum Beispiel Dürre oder Überschwemmungen, treiben Menschen zur Flucht.

Etwa zwölf Millionen Menschen, so viele wie in keinem anderen Land, habe der Bürgerkrieg in Syrien zu Flüchtlingen oder zu Vertriebenen innerhalb ihres Landes gemacht. Die UNO-Flüchtlingshilfe erwähnt in ihrer Bilanz auch die zerstörerischen Brände im Flüchtlingscamp Moria, die unerträgliche Lage Schutzsuchender in Bosnien und die im Mittelmeer ertrunkenen oder vermissten Geflüchteten. „Eine solch unwürdige Behandlung von Schutzsuchenden darf es in einem Europa mit seinen Werten wie Humanismus und Frieden schlichtweg nicht geben“, so ein Sprecher der UNO-Flüchtlingshilfe.

Das internationale UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR wurde 1950, fünf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, gegründet. Sein Ziel damals wie heute: Geflüchteten lebensnotwendige Hilfe leisten. Den deutschen Partner gibt es seit 1980. In diesen 40 Jahren hat die UNO-Flüchtlingshilfe rund 250 Millionen Euro für Projekte zum Schutz Geflüchteter bereitgestellt.

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Foto: Das griechische Flüchtlings lager Moria, Ahmad Sear Ahmadi.

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