Warum die Muslime das Opferfest feiern

Von Rahima Abdelhafid

Für mehr als eine Milliarde Muslime weltweit beginnt am Dienstag, 20. Juli 2021, das „Opferfest“, „Eid al-Adha“ auf Arabisch. Es ist das höchste Fest im Islam. Aufgrund des islamischen Mondkalenders kann das Opferfest zu jeder Jahreszeit stattfinden, es verschiebt sich im Sonnenkalender rückwärts um meist elf Tage pro Jahr.

Das Opferfest erinnert Muslime an das Vertrauen des Propheten Abraham in Gott und an die Rettung von Abrahams Sohn Ismail. Gott wollte Abraham auf die Probe stellen und testen, wie gehorsam er ist. Er schickte Abraham im Traum den Auftrag, seinen Sohn als Opfergabe zu töten. Abraham erzählte seinem Sohn von diesem Traum und Ismail antwortete, sein Vater solle tun, was er tun müsse. Abraham liebte seinen Sohn, aber er wollte Gott unbedingt gehorchen. Als Gott dies erkannte, schickte er Abraham im letzten Augenblick ein Schaf, das Abraham dann statt seines Sohnes opferte.

Zu Erinnerung an diese Geschichte von Abraham, der Gott grenzenlos vertrauen durfte, schlachten viele Muslime bis heute zum Opferfest ein Tier. Das Opferfest dauert drei Tage, Die Rituale beginnen aber schon am Vortag. Dieser heißt „Tag Arafat“ und ist nach dem Berg Arafat südöstlich von Mekka benannt. Dort beten viele Pilger am Tag vor dem Opferfest vom Mittag bis zum Abend und konzentrieren sich dabei ganz auf Gott. Viele Muslime, die nicht an der Pilgerfahrt teilnehmen, fasten an diesem Tag, damit ihnen dann die Sünden für das vergangene und für das laufende Jahr verziehen werden. So lautet die Empfehlung des Propheten Mohamed.

Am ersten Morgen das Opferfestes herrscht in vielen Moscheen dichtes Gedränge. Auch die Frauen sind an diesen Tag ausdrücklich zum Festgebet eingeladen. Nach dem Festgebet tauschen Gläubige Glückwünsche aus. Auch Geschenke an Kinder gehören dazu. Anschließend findet die rituelle Schlachtung eines Schafes oder eines anderen Tieres statt. Das Opfertier wird nach islamischen Regeln geschächtet. Dann wird das Fleisch in drei Teile geteilt: Ein Teil geht an Bedürftige, ein Teil an Verwandte und Freunde und der dritte Teil wird behalten.

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Schafe für das Opferfest. Foto: tünews INTERNATIONAL / Rahima Abdelhafid.

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