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Laupheimer, Elsa

geborene Katz

Elsa Katz wurde am 19. August 1880 in Tübingen geboren. Ihre Eltern waren der Kaufmann Heinrich Katz und dessen Ehefrau Mina geborene Bach. Beide waren israelitischer Religion. [2301] Die Eltern von Elsa Katz hatten am 2. Juni 1879 in Göppingen geheiratet. [2302] Ab 1886 lässt sich als Wohnadresse der Familie Am Holzmarkt 2 in Tübingen nachweisen. [2303] Dort betrieb Heinrich Katz mit seinem Bruder Max eine Weißwarenhandlung. [2304] Das Landgericht Tübingen schied die Ehe der Eltern von Elsa Katz, Heinrich und Mina am 28. Mai 1900. [2302] Nach der Scheidung zog der Vater weg. Er starb am 10. Juli 1903 in Wiesloch, heute Rhein-Neckar-Kreis. [2305] Sein Grabstein ist auf dem Jüdischen Friedhof Wankheim erhalten. [2306] Die Mutter von Elsa Katz, Mina, lebte laut Adressbüchern in Ulm: 1902 in der Zeitblomstraße 24, und 1907 in der Krafftstraße 11. [2307]

Elsa Katz heiratete am 6. August 1906 in Ulm Martin Laupheimer. Der Ehemann war am 23. Januar 1878 in Fellheim, heute einer Gemeinde im bayerischen Landkreis Unterallgäu, geboren worden und wohnte zum Zeitpunkt der Eheschließung in der Krafftstraße 11 in Ulm. Er war israelitischer Religion. Seine Eltern waren der Kaufmann Leopold Laupheimer und dessen Ehefrau Rose geborene Gerstle. Sie wohnten in Memmingen. Im Heiratsregister wird Martin Laupheimer als Kaufmann bezeichnet, Elsa Katz als „ohne Beruf“. [2308] Elsa Laupheimer gebar am 8. Februar 1910 in der Krafft­sraße 11 in Ulm den Sohn Walter Ernst Laupheimer. Er war israelitischer Religion. [2309] Auf seiner späteren Einwohnermeldekarte der Stadt München ist der Name Walter als Rufname unterstrichen. [2310]

Elsa und Martin Laupheimer meldeten sich am 27. September 1912 in München an. Auf der Einwohnermeldekarte der Stadt München heißt es, dass sie dort zunächst in der Theresienstraße 104/II wohnten, bevor sie ab 1934 in eine Eigentumswohnung in der Georgenstraße 118/1 zogen. [2311] Ihr Sohn Walter Laupheimer meldete sich am 1. Oktober 1938 nach den USA ab. [2310] Elsa und Martin Laupheimer zogen mehrfach in München um, 1940 in die Wiedenmayerstraße 38, 1941 in eine Pension in der Ohmstraße 1 und im Dezember 1941 in die Blumenstraße 48/III. Ihre Einwohnermeldekarte endet mit dem Eintrag, sie seien am 4. April 1942 „mit unbekanntem Ziel“ verzogen. [2311] Walter Laupheimer gab im Antrag auf Todeserklärung des Ehepaars Laupheimer 1947 an, dass seine Eltern im April 1942 von der Gestapo verhaftet und ins Lager Milbertshofen, heute einem Stadtteil von München, gebracht worden seien. [2312] Dieses Lager existierte von Juni 1941 bis August 1942, zunächst mussten Münchner Juden dorthin ziehen und Zwangsarbeit leisten. Im Lager Milbersthofen wurden auch Menschen für Deportationstransporte aus Bayern zusammengezogen. [2313]

Die Staatspolizeileitstelle München II B erstellte am 3. April 1942 für die „Aussiedlung von Juden aus dem Stapobereich München, Gau Oberbayern und Schwaben/Neuburg nach den Ostgebieten“ eine Deportationsliste. Unter der laufenden Nummer 69 ist der Name von Elsa Laupheimer aufgelistet. Der Name ihres Mannes steht zu der laufenden Nummer 68. Als letzte Adresse ist bei beiden die Blumenstraße 48/III angegeben. [2314] Der Deportationszug kam am 6. April 1942 im Ghetto von Piaski an. Diese Stadt gehört heute zum polnischen Landkreis Świdnik in der Woiwodschaft Lublin. Mit dem Transport vom 3. April 1942 wurden 989 Menschen aus München deportiert. [2315]

Laut Recherchen der Gedenkstätte Yad Vashem habe bei der Ankunft der aus München Deportierten in Piaski Schnee gelegen und es sei eisig kalt gewesen. Das Ghetto Piaski sei überfüllt gewesen und die Juden litten an den Arbeits- und Lebensbedingungen, wie auch an Medikamentenmangel. Zunächst konnten Deportierte noch Briefe versenden, die in München eintrafen, Ende Mai 1942 jedoch wurde den Ghettobewohnern verboten, Post außerhalb der Lublin-Region zu verschicken. [2315] Elsa Laupheimers Sohn Walter erklärte 1947, dass er von seinen Eltern am 5. April 1942 eine letzte Nachricht erhalten habe, die diese auf dem Transport abgeschickt hätten. [2312] Elsa und Martin Laupheimer wurden laut Beschluss des Amtsgerichts München vom 1. August 1947 für tot erklärt. Als Todestag wurde der 31. Dezember 1942 festgestellt. [2311] [2316]

KrATÜ P1-23

Der Landkreis Tübingen und die Gemeinde Kusterdingen haben sich 2022 dazu entschlossen, gemeinsam ein Gedenkbuch zu erarbeiten und vor dem Jüdischen Friedhof Wankheim aufzustellen.

1774 gestattete der ritterschaftliche Ortsherr Freiherr Friedrich Daniel St. André den Zuzug jüdischer Familien in sein Dorf Wankheim bei Tübingen. Die bürgerliche Gemeinde Wankheim verpachtete der jüdischen Gemeinschaft ab November 1774 einen Begräbnisplatz.

An dieser Stelle informieren wir darüber, welche weiteren Erkenntnisse es zum Gedenkbuch vor dem Jüdischen Friedhof Wankheim gegeben hat und welche Textstellen in der online-Version des Gedenkbuches korrigiert wurden.

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