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Plotke, Ilse Betty

geborene Levy

Ilse Betty Levy wurde am 24. März 1915 in der Tübinger Frauenklinik geboren. Im Geburtenregister ist Ilse als Rufname unterstrichen. Ihre Eltern waren Hermann Levy und dessen Ehefrau Alice geborene Goldschmidt. Die Eltern wohnten in Hechingen, heute Zollernalbkreis, und waren israelitischer Religion. Der Vater wird als Fabrikant bezeichnet. [3601]

Ilse Levys Schwester Grete Model geborene Levy gab 1954 in einem Schreiben an das Amtsgericht Hechingen an, dass Ilse Levy „bis September 1939“ in Hechingen und „von da ab“ in Berlin gewohnt habe. [3602] Ilse Levy heiratete am 11. September 1939 in Charlottenburg, einem Teil des heutigen Berliner Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf, Erwin Ferdinand Plotke. Im Heiratsregister ist „Erwin“ als Rufname unterstrichen. Die Eheleute waren „mosaischer“ Religion. Im Heiratsregister wurde Ilse Levys Adresse als „Hechingen, Goldschmiedstraße 42“ angegeben. Erwin Plotke war am 17. Juni 1902 in Kattowitz, heute Katowice, der Hauptstadt der polnischen Woiwodschaft Schlesien, geboren worden. Erwin Plotke wohnte in Charlottenburg in der Kantstraße 33 und wird als Kaufmann bezeichnet. Seine Eltern waren der Zuschneider Siegfried Plotke und dessen Ehefrau Antonie geborene Faerber. Sie wohnten in Hindenburg, der heutigen Stadt Zabrze in der polnischen Woiwodschaft Schlesien. [3603]

Das Bürgermeisteramt der Stadt Hechingen schrieb am 17. Mai 1954 an das Amtsgericht Hechingen, dass Ilse Plotke am 12. September 1939 nach Charlottenburg, Kantstraße 33, polizeilich abgemeldet worden sei. Die Abmeldung nach Berlin müsse freiwillig erfolgt sein, da in den Meldeakten kein weiterer Vermerk zu ersehen sei. [3604] Grete Model schrieb 1954 an das Amtsgericht Charlottenburg, dass sie ihre Schwester Ilse Plotke „zum letzten mal“ am 2. Juni 1941 gesehen habe und die letzten schriftlichen Lebenszeichen ihrer Schwester „vom Fruehjahr 1943“ stammten. [3605]

Ilse Plotkes Name steht mit der laufenden Nummer 29 auf der Namensliste zum 46. Transport, der von Berlin in das KZ Auschwitz-Birkenau, das überwiegend auf dem Gebiet des heutigen polnischen Landkreises Oświęcim in der Woiwodschaft Kleinpolen lag, am 8. November 1943 abfuhr. In der Transportliste wurde Ilse Plotkes (Plottkes) Geburtsdatum abweichend eingetragen: „21.3.1915“, als Geburtsort ist Tübingen eingetragen. Ihr Beruf wird als „Directrice“ bezeichnet. Mit demselben Transport wurde auch ihr Ehemann Erwin Plotke (Nummer 28) deportiert. Sein Beruf ist in der Liste als „Dekorateur“ bezeichnet. Die Adresse des Ehepaars lautete Wilmersdorf, heute ein Teil des Berliner Stadtbezirks Charlottenburg-Wilmersdorf, Landhausstraße 8. [3606]

Am 10. November 1943 kam der „46. Osttransport“ im KZ Auschwitz-Birkenau an. Von den 50 Deportierten wurden 31 unmittelbar nach der Ankunft in den Gaskammern ermordet. [3607] Das Amtsgericht Charlottenburg erklärte mit Beschluss vom 28. August 1954 Ilse Betty Plotke für tot. Als Todestag stellte das Gericht den 31. Dezember 1945 fest. [3608] Ilse Plotkes Schwester Grete Model hatte den Antrag auf Todeserklärung gestellt. [3602]

KrATÜ P1-36

Der Landkreis Tübingen und die Gemeinde Kusterdingen haben sich 2022 dazu entschlossen, gemeinsam ein Gedenkbuch zu erarbeiten und vor dem Jüdischen Friedhof Wankheim aufzustellen.

1774 gestattete der ritterschaftliche Ortsherr Freiherr Friedrich Daniel St. André den Zuzug jüdischer Familien in sein Dorf Wankheim bei Tübingen. Die bürgerliche Gemeinde Wankheim verpachtete der jüdischen Gemeinschaft ab November 1774 einen Begräbnisplatz.

An dieser Stelle informieren wir darüber, welche weiteren Erkenntnisse es zum Gedenkbuch vor dem Jüdischen Friedhof Wankheim gegeben hat und welche Textstellen in der online-Version des Gedenkbuches korrigiert wurden.

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