Jugendguides aktiv: „Auf den Spuren der Stolpersteine“ in Tübingen

Stadtgang in Tübingen am Sonntag, 23. Oktober und Sonntag, 13. November um jeweils 16 Uhr Seit 2018 erschließen Stolpersteine Orte von Verfolgten und Opfern des Nationalsozialismus in der Tübinger Innenstadt. Die meisten Stolpersteine erinnern an Menschen, die die Nationalsozialisten als jüdisch ausgrenzten und verfolgten. Die vom Landkreis und KulturGUT e.V. qualifizierten Jugendguides haben sich mit Schicksalen hiesiger Jüdinnen und Juden und den Strukturen der Verfolgung und des Massenmords auseinandergesetzt. Im Rahmen eines öffentlichen einstündigen Stadtgangs am Sonntag, 23. Oktober und am Sonntag, 13. November 2022 um jeweils 16 Uhr in der Tübinger Innenstadt sprechen sie über die institutionelle Verwaltung von… Read More

Gestapo in Tübingen

Autor: Jerome Seibert Im Gebäude Münzgasse 13 in Tübingen koordinierten Polizeibeamte die Deportation von Jüdinnen und Juden vor Ort. Die wenigste wissen, dass hier spätestens ab 1936 die Tübinger Außenstelle der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) untergebracht war. Die Gestapo war eine politische Polizei im Deutschen Reich zwischen 1933 und 1945. Zu ihren Aufgaben gehörte die Verfolgung politischer Gegner, wozu sie auch Minderheiten wie Juden, Sinti und Roma oder Homosexuelle zählten. Dabei profitierte die Gestapo von Denunziationen und wendete systematisch Einschüchterung, Erpressung und Folter als Methoden an. Das sind verbrecherische Methoden. Alliierte Militärrichter stuften die Gestapo nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs… Read More

Universität Tübingen behält ihren Namen

Autor: Jerome Seibert Am vergangenen Donnerstag, den 21. Juli, hat der Senat der Eberhard Karls Universität Tübingen entschieden, dass sie ihren bisherigen Namen behalten wird. Der Entscheidung des Gremiums war eine intensive mehrjährige Diskussion vorausgegangen, die 2019 durch die Forderung des Studierendenrates nach einer Umbenennung in Universität Tübingen an Fahrt gewonnen hatte. Stein des Anstoßes der Debatte sind Regierungshandeln und Persönlichkeit der beiden Namenspatronen der Universität Graf Eberhard und Herzog Karl Eugen von Württemberg. Graf Eberhard gründete die Universität 1477 und ließ im Zuge dessen die jüdische Bevölkerung Tübingens vertreiben. Aufgrund seiner judenfeindlichen Haltung und Handlungen betrachten ihn die Befürwortenden… Read More

Erinnerungsknoten an Tübinger Straßenschildern

Von Linda Kreuzer Darf eine Straße heutzutage noch nach einem bekannten Antisemiten, NS-Mittäter oder Kolonialisten benannt sein? In Tübingen weisen jetzt Knoten in den Pfosten einiger Straßenschilder darauf hin, dass auch hier etwas nicht stimmt. Sie sollen den Diskurs und die Problematik dieser Namen in der Tübinger Öffentlichkeit bewusstmachen. Die Debatte um Straßennamen ist im deutschen Diskurs präsenter denn Je. Eine siebenköpfige Expertenkommission überprüft und bewertet aktuell im Auftrag der Stadt Tübingen 14 Straßennamen. Sie erarbeitet bis Herbst 2022 auf geschichtswissenschaftlicher Grundlage Vorschläge für Stadtrat und Ortschaftsräte. Dann entscheiden sie darüber, ob die Straßen umbenannt werden, oder ob Infotafeln über… Read More

Sanierung von Grabsteinen auf dem Jüdischen Friedhof Wankheim

In seiner Sitzung am 27. April 2022 befasste sich der Ausschuss für Soziales und Kultur des Landkreises Tübingen mit Sanierungsarbeiten auf dem Jüdischen Friedhof Wankheim. Der Ausschuss empfahl einstimmig, die Sanierungsarbeiten mit insgesamt 15.000 Euro aufgeteilt auf die Jahre 2022 bis 2024 zu fördern. Der Jüdische Friedhof Wankheim ist einerseits ein Friedhof, andererseits ein Kulturdenkmal. Das Land Baden-Württemberg hat durch Gesetz vom 10. März 2020 (14/6028) dem Vertrag des Landes Baden-Württemberg mit der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden und der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs vom 19. Januar 2010 zugestimmt. In Artikel 8 geht es um die Jüdischen Friedhöfe. In Satz 3 bekennt sich… Read More

Getarnter Hilferuf aus dem KZ Theresienstadt

Briefumschlag

„Liebe Julie, die Eltern und ich sowie mein l(ieber) Mann denken oft an Dich, es geht uns ordentlich und sind froh, beieinander zu sein“ – was auf den ersten Blick als eine ganz unverfängliche Postkarte aus dem Konzentrationslager (KZ) Theresienstadt kommt, hat einen ernsten Hintergrund. Das von der NSDAP gelenkte Deutsche Reich ließ nach der Eroberung des heutigen Tschechien ab November 1941 ein ghettoähnliches Lager in Theresienstadt in Nordböhmen errichten. Seit Januar 1942 war es dann vor allem für viele deutsche und tschechische Jüdinnen und Juden eine Durchgangsstation für Transporte in die Vernichtungslager. Die Nationalsozialisten propagierten das KZ zynisch als… Read More

Die Idylle und das KZ-Außenlager

Pfeiler_blauer-Himmel

„Wir sind dort eine Viertelstunde mit dem Fahrrad hingefahren. Das Wetter war sonnig, es war alles so perfekt wie in einem Reiseführer.“ Was Lelia Riedinger dann allerdings sah, waren die Reste eines Flugzeug-Hangars. Und was 1944 auf dem damaligen Flugplatz geschah, schockierte sie. Denn die Radtour führte zur KZ-Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen. Lelia nahm an der Jugendguide-Qualifizierung 2021 teil. KulturGUT e.V. und der Landkreis Tübingen bieten diese Qualifizierung seit 2012 jährlich an. In 40 Stunden besuchen die Teilnehmenden, die zwischen 15 und 23 Jahren alt sind, Orte an denen NS-Verbrechen zum Vorschein kommen, formulieren ihre eigenen Positionen, lernen den Umgang mit Gruppen.… Read More

Schatten der Synagogenbänke

Synagoge

„Heute sieht man noch wo die Bänke standen und wie die Reihen angeordnet waren, wenn man durch die ehemalige Synagoge läuft. Das hat mich sehr beeindruckt“. Die Wandabdrücke der Bänke sind Emilia Mohn bei ihrem Besuch der Baisinger Synagoge im Gedächtnis geblieben. Die 17-jährige Schülerin der Geschwister Scholl Schule Tübingen erhielt eine Führung durch die Gedenkstätte Ehemalige Synagoge Baisingen im Rahmen ihrer Qualifizierung als Jugendguide 2021. KulturGUT e.V. und der Landkreis Tübingen bieten diese Qualifizierung seit 2012 jährlich an. In 40 Stunden besuchen die Teilnehmenden, die zwischen 15 und 23 Jahren alt sind, Orte an denen NS-Verbrechen zum Vorschein kommen,… Read More

Ein Türknauf in Theresienstadt

Straße mit Auto

Ein verlassenes Haus im Dunkeln an einer Straße mitten in der tschechischen Kleinstadt Terezín: Lennart Fangmeier stand bei der Exkursion von Jugendguides und Studierenden ins ehemalige KZ-Ghetto Theresienstadt im November 2021 davor. KulturGUT e.V. und der Landkreis Tübingen bieten diese Qualifizierung seit 2012 jährlich an. In 40 Stunden besuchen die Teilnehmenden, die zwischen 15 und 23 Jahren alt sind, Orte an denen NS-Verbrechen zum Vorschein kommen, formulieren ihre eigenen Positionen, lernen den Umgang mit Gruppen. In dem Haus, zu dem Lennart bei der Exkursion ging, lebte zeitweise die aus Tübingen deportierte Ilse Bloch, geborene Löwenstein, auf etwa zwei Quadratmetern. 1943… Read More

Der Synagogenplatz vor Ort

Schild Synagogenplatz

,,Diese Erfahrung hat mir bewusst gemacht, dass Vertreibung und Verfolgung während der NS-Zeit nicht weit weg stattgefunden haben, sondern direkt vor der eigenen Haustür.” So beschreibt Theresa Karl den Besuch der Gedenkstätte Synagogenplatz in Tübingen. Sie hat 2021 an der Qualifizierung zum Jugendguide teilgenommen. KulturGUT e.V. und der Landkreis Tübingen bieten diese Qualifizierung seit 2012 jährlich an. In 40 Stunden besuchen die Teilnehmenden, die zwischen 15 und 23 Jahren alt sind, Orte an denen NS-Verbrechen zum Vorschein kommen, formulieren ihre eigenen Positionen, lernen den Umgang mit Gruppen. Schon während der Qualifizierung und anschließend führen sie öffentliche Stadtgänge zum Thema NS-Verbrechen… Read More

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