Menschen machen den Klimawandel

Von Ute Kaiser

Die Nachrichten über Naturkatastrophen überschlugen sich in diesem Sommer: Es ging um Hitze und Dürre, starken Regen und Überschwemmungen, Waldbrände und Stürme. Gründe für diese extremen Wetterlagen hat der Weltklimarat der Vereinten Nationen IPCC jetzt in einem Bericht festgehalten. Die Erde erhitzt sich schneller als angenommen. Dieser Klimawandel ist von Menschen verursacht. Ihr Einfluss kann deutlich nachgewiesen werden. Zu diesem Ergebnis kommen mehr als 230 ForscherInnen weltweit. Sie haben für den IPCC-Bericht rund 14.000 Studien ausgewertet.

Die größte Verantwortung tragen die Industrie- und die Schwellenländer – das sind die Länder, die durch den technischen Fortschritt auf dem Weg zu einem Industriestaat sind. Besonders Kinder leiden unter den Folgen des Klimawandels, obwohl sie am wenigsten dafür verantwortlich sind, so das UN-Kinderhilfswerk Unicef in seinem Bericht, dem Klima-Risiko-Index für Kinder. WissenschaftlerInnen sagen voraus, dass Menschen vermehrt wegen Klimakrisen aus ihren Heimatländern flüchten werden.

Das Eis an den Polen schmilzt. Die Meeresspiegel steigen deutlich. Vom Klimawandel bleibt kein Land verschont. Er wird konkrete Auswirkungen auf extreme Wetterlagen in allen Regionen der Welt haben. Auch in Deutschland gab es diesen Sommer Zerstörungen durch katastrophale Überschwemmungen. Das schreiben die ForscherInnen im IPCC-Bericht. Der Klimawandel hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich beschleunigt. Wenn sich die Erde weiter so schnell erwärmt, nehmen die Risiken für Mensch und Natur weiter zu. So werden zum Beispiel Hitze und Starkregen deutlich öfter vorkommen und sie werden (noch) schlimmer sein als bisher.

Stark vereinfacht wird es auf der Erde immer wärmer, je mehr Treibhausgase wie CO2 und Methan in der Luft sind – zum Beispiel durch die Verbrennung von Öl, Kohle und Gas. Deshalb fordern unter anderem Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Bundesforschungsministerin Anja Karliczek, dass der Ausstoß von Treibhausgasen stark sinken muss. Großes Ziel soll sein, die Gesellschaft CO2-frei zu machen – besonders durch neue Technologien, die dem Klima nicht schaden. So soll die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung begrenzt werden.

Der Klimawandel wird die Staaten der Welt im November bei der UN-Klimakonferenz im schottischen Glasgow beschäftigen. Das Thema Klimawandel – und was dagegen getan werden soll – spielt auch eine Rolle im Wahlkampf vor der Bundestagswahl am 26. September in Deutschland.

Die englischsprachige Version des sechsten IPCC-Berichts gibt es auf der Website www.ipcc.ch

Eine Pressemitteilung der Bundesministerien für Umwelt und Forschung findet sich unter dem Link https://www.bmbf.de/bmbf/shareddocs/pressemitteilungen/de/2021/08/090821-Weltklimarat.html

Auf der Seite von Unicef https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/presse/2021/report-klimawandel-auswirkungen-auf-kinder/246268 gibt es eine Zusammenfassung des Klima-Risiko-Index

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Ein schwerer Hagelsturm in Tübingen. Foto: Mohammad Momand.

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